Mittwoch, 13. Juli 2011

Alles auf Super-Kenny

Hector setzte alles auf eine Karte. Heute sollte geklotzt statt gekleckert werden. "Pass auf, jetzt setze ich mal ´nen richtigen Batzen Kohle", sprach Hector zu B. und fischte ein 2 Euro Stück aus seinem Geldbeutel. Am Wettschalter konnte sich Hector, siegessicher wie er war, ein vortriumphales Grinsen nicht verkneifen. "2 Euro auf Super-Kenny, Sieg versteht sich." Hector hatte es im Gefühl. Heute war sein Tag. All die Jahre der Demütigung, der Schmach und des Haus und Hof Verzockens würden von nun an der Vergangenheit angehören. Super-Kenny würde ihn reich machen. Allein der klangvolle Name und die Ausstrahlung des Pferdes eroberten Hectors Herz im Sturm.  
Was würde er nur mit dem ganzen Zaster anfangen? Haus, Yacht, Rennpferd, 10 prall gefüllte Kleiderschränke, ein neues Stadion für die Lilien (Hector Arena)  und dann die ganzen Frauen..."Komm, das Rennen fängt gleich an", riss B. Hector unsanft aus seinen Träumen, "bin ja mal auf deinen Mördergewinn bei 2 Euro Einsatz gespannt, haha." "Lach nur, von mir kriegst du später keinen Cent".
Hector eilte zur Rennbahn. Gleich erfolgte der Start und er wollte keine Sekunde seines Triumphes verpassen. Super-Kenny legte von Anfang an los wie die Feuerwehr. Kein anderes Pferd und kein anderer Reiter konnten wirklich gefährlich werden und Hector riss nach 1900 Metern die Arme hoch: "Gewonnen, gewonnen! Nie mehr arbeiten! Jaaaaaaaaaaa."
Hector konnte sein Glück kaum fassen. Seit vielen, vielen Jahren kam er nun schon auf die idyllisch gelegene Waldrennbahn in Mannheim Seckenheim und hatte trotz vieler Verluste immer ´ne Menge Spaß. Die Atmosphäre und die Zuschauer in Mannheim waren im Gegensatz zu Rennbahnen wie Baden-Baden oder Iffezheim wesentlich sympathischer und der raue Mannheimer Charme war auch auf der Waldrennbahn zu spüren.

Hector war inzwischen mit Dollarzeichen in den Augen zur Wetthalle gesprintet. Ob man ihm das Geld in einem Koffer überreichen würde? Hector wartete ungeduldig, bis er endlich seinen Wettschein einlösen konnte. "2 Euro und 40 Cent. Glückwunsch." "Bitte?" Hector musste sich verhört haben. "Sie haben 2,40 Euro mit der Siegerwette gewonnen". "Oh...äh...toll." Hector, einem Zusammenbruch nahe, musste seine ganze Kraft zusammen nehmen, um nicht zu weinen. Er taumelte aus der Halle, um draussen B. zu treffen. "Die Quoten waren 14:10. Das heisst, du hast 40 Cent mehr im Geldbeutel. Richtig?" "Schnauze", knurrte Hector. "Verdammte Scheisse. Pferderennen ist ja cool, aber es wird echt Zeit, dass die Drittliga-Saison anfängt. Diese Sommerpause hält doch keiner aus." "Da sagst du was, bestätigte B. "Aber erst mal ein neues Bier. Du bist dran." Es wurde wirklich Zeit, die Jungs in blau wieder zu sehen.


Soundtrack: Madness - Johnny The Horse 

Freitag, 8. Juli 2011

Sommerhit 2011

Ein anspruchsvoller Text, eine eingängige Melodie mit einem kaum aus dem Gehörgang zu kriegendem Refrain, aufwendig produziert versteht sich und das Ganze dargeboten von einer/m unglaublich attraktiven Frau/Mann oder einer ganzen Band  in stylischem Outfit und schon hat man beste Vorausetzungen, um im Wettbewerb "Sommerhit des Jahres" ganz vorne mit dabei zu sein. Dieses Jahr ist´s bislang eher mau und Hector konnte noch nicht wirklich einen potentiellen Sommerhit ausmachen. Tja, bis heute morgen. Da stieß Hector nämlich auf dieses Video und die Frage wem der Sommerhit 2011 zu verdanken ist, ist hiermit gelöst. Alle oben genannten Kriterien sind erfüllt und Hector und seine Leserschaft können jetzt nochmal in den Sommer durchstarten. Hoffentlich mit ´nem Freibier.





Ach ja: Wer Hector bei einem der nächsten Heimspiele der Lilien nach der Sommerpause glaubhaft versichern kann, das Video komplett bis zum Ende geschaut zu haben, kriegt von Hector ein...Freibier!

Donnerstag, 30. Juni 2011

Hector empfiehlt...

Ob beim Grillen im Garten, beim Sonnenbaden auf dem Balkon, beim Mädels/Jungs glotzen am Strand oder wo auch immer ihr im Sommer eure Zeit verbringt, mit Hectors Musik Tipps macht ihr in jedem Fall alles richtig und habt den perfekten Soundtrack für heisse Tage.

Beastie Boys - Hot Sauce Committee Pt.2

Auf das grandiose Promovideo zum neuen Album hatte Hector ja schon hingewiesen. Die neue Platte ist ebenso famos geworden. Geändert hat sich zum Glück nicht viel. Die gleichen scheppernden Beats wie vor 20  Jahren treffen auf die ebenso gleichen Micky Maus Stimmen. Innovativ geht anders. Aber: Hector gefällt das.


Digitalism - I  Love You, Dude

Auch auf ihrem 2.Album gibt es von den Hamburgern wieder Electronic Tunes Hymnen für Jedermann. Im Oktober dann auch auf Tour.


Asher Roth - The Greenhouseeffect Vol. 1

Das rappende Weissbrot aus Philadelphia mit einem schon etwas älteren, aber immer noch sehr coolen Track. Hectors Laune steigt jedes Mal um 98%. 


Friendly Fires - Pala

Von brasilianischem Samba beeinflusster britischer Indie-Pop. Klingt komisch? Nein. Geil!



Wolf Gang - Suego Faults

Für Fans von MGMT kommt mit diesem Ein-Mann-Projekt eine auscheckungswürdige Alternative. Wunderschöner sphärischer Indie-Pop für laue Sommerabende. 

Mittwoch, 29. Juni 2011

Casual Connoisseur Stone Roses Shirt

Jede Wahrheit braucht einen Mutigen, der sie ausspricht. In diesem Fall braucht es allerdings weniger Mut als guten Geschmack, um zu erkennen, dass das heiss erwartete Stone Roses Shirt von Casual Connoisseur eine herbe Enttäuschung ist. Hector freute sich ein zweites Loch in den Po als Casual Co ein Stone Roses Shirt ankündigte. Zählt die Band doch zu Hectors Alltime Faves. Was dann aber als Motivdesign präsentiert wurde, erinnert eher an eine Rock Shirt Edition von Esprit oder Tom Tailor. Auch als Shirt für einen Bandcontest könnte das Ding herhalten. Für mehr reicht´s aber leider nicht. Sei´s drum. Das Shirt wird sich verkaufen wie Waffen in Texas und Hector wartet einfach bis die Hemden kommen. Auf die ist Hector nämlich auch schon gespannt wie ein Flitzebogen.

Mittwoch, 15. Juni 2011

Waldhof Asozial

"Und am 11.6. kommt ihr dann nach Mannheim und wir feiern den Aufstieg vom Waldhof", sprach G. zu seinen Begleitern in einem Wormser Biergarten, bevor die Weizengläser klirrend aneinander gestoßen wurden. Eine Stunde vorher hatte Yannick Stark mit seinem Schuss zum 2:1 die Lilienanhänger in kollektive Ekstase versetzt und dem südhessischen Verein das Tor zur 3.Liga ganz weit aufgestoßen.

Hector schluckte kurz. Er hatte aufgrund der in letzter Zeit häufigen Heim- und Auswärtsspielbesuche des Neu-Mainzers ganz vergessen, dass dieser ja auch noch Anhänger des Neanderthaler Vereins aus Hectors Heimatstadt war. Gegen einen Ausflug nach Mannheim hatte Hector nichts einzuwenden, einem Stadionbesuch sah Hector allerdings mit eher gemischten Gefühlen entgegen.

Hector kannte die Waldhof Szene aus früheren Zeiten nur zu gut und hatte relativ wenig Lust mit Mitgliedern des Adolf Hitler Fanclubs im gleichen Block zu stehen. Konnten sich doch in den 80ern, verstärkt in den 90ern und auch danach noch regionale Nazigrößen wie Christian Hehl (ehemals Deutschlands fettester Skinhead) und Wolfgang Benkeser ungehindert im damaligen H-Block tummeln und  JN/NPD Propagandamaterial unter die Leute bringen. Dankbare Abnehmer gab es zur Genüge, da ein nicht gerade geringer Anteil der Szene mit rechtsradikalem Gedankengut offen oder heimlich sympathisierte. So kam es nach Heimspielen immer wieder zu Angriffen auf Punks, Migranten und das selbstverwaltete JUZ Mannheim.

Selbstverständlich kann nicht die komplettte Fanszene als rechtsextrem oder rassistisch bezeichnet werden. Aber, und das muss sich der Verein, die Vereinsführung und der Rest der Fans vorwerfen lassen, wurde dem Treiben keinerlei Einhalt geboten. Vom Verein kamen gebetsmühlenartig die Beteuerungen man habe kein Naziproblem, höchstens ein paar unpolitische Krawallmacher, die ab und zu über die Stränge schlagen und provozieren würden. Auch von Seiten der fitten Fans kam keinerlei Widerstand. Hehl und Konsorten waren akzeptiert und in die Szene eingebunden.

Gegenwind bekamen die Nazischläger nur zu Zweitligazeiten, wenn St.Pauli in der Universitätsstadt gastierte. So mancher Nazi fand sich neben seinem Mundschutz auf dem Boden wieder, dank engagierter St. Pauli Fans und örtlicher Antifas. [Nein, Hector ist kein St.Pauli Fan]. Auch bei früheren Duellen gegen Darmstadt geht Hector mal davon aus, dass einige Nazihools in ihre Schranken verwiesen wurden. [Hector ist ja noch nicht sooo lange Lilien-Fan].

Die letzten Jahre hatte Hector die Entwicklung des Vereins und seiner Fans nicht mehr weiter verfolgt und war daher sehr gespannt, was ihn erwarten würde.

Schon auf dem Weg zum Stadion  begegneten Hector Menschen, deren sonstiger Aufenthaltsort viel Raum für Spekulationen ließ. Höhle? Bahnhofstoilette? Offener Vollzug? Erstaunlich waren aber auch die Massen an Menschen, die gen Stadion pilgerten. Mit letztendlich über 18.000 Zuschauern hätte Hector niemals gerechnet. Zeigt aber welches Potential dieser Verein noch immer besitzt. Das Spiel an sich war schnell entschieden, dank eines schwachen Gegners und einer abgezockt spielenden Heimmannschaft. Deren Fans hatten somit ausreichend Zeit sich und den Verein zu feiern. Dies geschah, muss Hector leider gestehen, auf recht eindrucksvolle Weise.

Verantwortlich dafür ist zum einen ein geschlossener Fanblock hinter dem Tor und zum anderen ein kompaktes und komplett überdachtes Stadion.
Auch ein abschließendes Feuerwerk und massiver Einsatz von Pyro taten ihr Übriges.

Wie sich die Fanszene heutzutage darstellt, kann Hector nicht wirklich beurteilen. Viel scheint sich aber bedauerlicherweise nicht geändert zu haben. Christian Hehl, fetter den je, umringt von Jugendlichen und völlig Hirnlose mit Leibstandarte und Horst Wessel Shirts sorgten bei Hector und seinen Begleitern für Fassungslosigkeit, aber auch dem guten Gefühl, Anhänger eines Vereins zu sein, bei dem solcher Abschaum mit sofortigen schmerzhaften Konsequenzen zu rechnen hätte bzw. erst gar nicht ins Stadion kommen würde.

Montag, 23. Mai 2011

Des Hectors neue Kleidung

Shirts: Fred Perry, Tuk Tuk, Carhartt, Ben Sherman

Shorts: Farah Vintage

Schuhe:  Nike V-Series, Adidas SL 72

Donnerstag, 19. Mai 2011

No sleep ´til Saturday

Neben mangelnder Entscheidungsfreudigkeit ist auch Geduld keine Tugend, die bei Hector besonders stark ausgeprägt wäre. Dass Hector aber mal eine ähnlich schwere Prüfung auferlegt bekommen hat wie in den letzten Tagen, daran kann er sich kaum erinnern. Seit dem letzten Freitag und einem glanzlosen aber souveränen Lilien-Sieg, kann Hector kaum noch an etwas anderes denken als an das möglicherweise schon den Aufstieg bringende Spiel gegen Worms. Vorausgesetzt die Stuttgarter Kickers lassen zwei oder gar drei Punkte am Bornheimer Hang in Frankfurt und Darmstadt gewinnt in Backfischhausen. Während Hector diese Zeilen in den PC hämmert, sind es immer noch knapp 40 Stunden bis zum Samstag um 14 Uhr und die Anspannung ist kaum noch auszuhalten. 

Dass Hector bereits in seiner zweiten Lilien-Saison einen Aufstieg feiern könnte, hätten er und wohl auch 99% der restlichen Anhänger zu Beginn der Saison kaum für möglich gehalten. Nun ist aber alles ganz anders gekommen und Darmstadt steht vor einem Comeback des Profifußballs. Bis dahin sind es aber noch 2 Spiele und die Zeit zieht sich wie Kaugummi am Schuh. Nichts bringt wirklich Ablenkung. Tägliche dutzende Besuche im Forum und auf der SVD Seite, um ja keine Infos zu verpassen, morgens aufwachen und feststellen, dass immer noch nicht Samstag ist, alle Gesänge im Kopf durchgehen - die Zeit will einfach nicht vergehen. Und im Nacken sitzt immer die Angst, dass am Ende doch alles schief geht und man am Ende mit leeren Händen da steht. Einziger Trost wäre dann, dass der Adler endlich mal wieder abgestürzt ist und Kassel ebenfalls in dieser Schrottliga verbleiben muss.  

Soweit wird es aber nicht kommen. Am 28.5. macht Darmstadt vor vollem Haus alles klar, was allerdings nochmal eine Woche warten bedeutet. Und wie Hector das überleben soll, weiss er selbst nicht.